Nicht geplant – richtig entschieden

Völlig unerwartet stirbt 2020 der Chef von Dennis Spandler. Ein Schock für den damaligen Malergesellen aus Mönchengladbach und seine Kolleginnen und Kollegen. Keiner weiß, wie es weitergehen soll. Eine neue Betriebsleitung steht ad hoc nicht zur Verfügung. Da ergreift Spandler die Initiative und entscheidet sich dafür, das Lebenswerk des Verstorbenen fortzuführen. Leicht war sein Weg nicht. In schnellen Schritten absolvierte Dennis Spandler die Meisterfortbildung und übernahm schließlich Verantwortung als neuer Inhaber. Trotz einer sehr herausfordernden Ausgangslage ist ihm eine nachhaltige Selbstständigkeit gelungen.

Nicht geplant – richtig entschieden

Völlig unerwartet stirbt 2020 der Chef von Dennis Spandler. Ein Schock für den damaligen Malergesellen aus Mönchengladbach und seine Kolleginnen und Kollegen. Keiner weiß, wie es weitergehen soll. Eine neue Betriebsleitung steht ad hoc nicht zur Verfügung. Da ergreift Spandler die Initiative und entscheidet sich dafür, das Lebenswerk des Verstorbenen fortzuführen. Leicht war sein Weg nicht. In schnellen Schritten absolvierte Dennis Spandler die Meisterfortbildung und übernahm schließlich Verantwortung als neuer Inhaber. Trotz einer sehr herausfordernden Ausgangslage ist ihm eine nachhaltige Selbstständigkeit gelungen.

Auf einen Blick

Als Dennis Spandler in seiner Werkhalle in Mönchengladbach-Rheydt steht, wirkt alles ruhig. Aufgeräumt. Fast selbstverständlich. Doch der Weg hierher war alles andere als leicht. Denn dieser war lang und steinig. Der 37-jährige Malermeister hat 2025 einen Betrieb übernommen, der für ihn mehr war als nur ein Arbeitsplatz. Es war das Lebenswerk seines Meisters Edgar Metzger – und ein Stück Zuhause. Vor sechs Jahren starb Metzger überraschend an einer Corona-Erkrankung. Für das Team ein Schock. Für Spandler ein Wendepunkt. „Er war mein Chef, mein Mentor, irgendwie auch Familie“, sagt er. Laut wurde Metzger nie. Vorbilder dieser Art vergisst man nicht einfach – man trägt sie weiter. Spandler tat genau das.

Unterstützung von allen Seiten

Er entschied sich, den Meister zu machen. Neben der Arbeit. Mit Unsicherheit im Bauch und einem klaren Ziel vor Augen: den Traditionsbetrieb nicht sterben zu lassen. Der Preis dafür war hoch. Die Meisterschule kostete Geld, Zeit und Nerven. Das Aufstiegs-BAföG ließ auf sich warten, Rücklagen gab es kaum. „Ohne das Einkommen meiner Frau hätte ich das nicht geschafft“, sagt Spandler offen. Auch die Übernahme des Betriebs war kein Selbstläufer, der Kaufpreis und die erforderliche Anlauffinanzierung waren zu stemmen. Öffentliche Förderinstrumente spielten eine wichtige Rolle bei der finanziellen Umsetzung. Unterstützung kam dabei von der Handwerkskammer Düsseldorf – beim Businessplan, bei den Förderanträgen, beim Mutmachen und Durchhalten. Für die Übergangszeit übernahmen die Witwe von Edgar Metzger fachfremd und Kollege Joachim Hauptmanns die Führung des Betriebs. Hauptmanns hatte seinen eigenen Betrieb schon einige Jahre zuvor aufgegeben und stand als Betriebsleiter zur Verfügung. „Ohne die beiden wären wir erstmal alle arbeitslos geworden“, sagt Spandler im Rückblick.

„Wir unterstützen beim Businessplan, bei den Förderanträgen und manchmal auch beim Mutmachen und Durchhalten.“

– Kai Hambüchen, HWK-Betriebsberater

Fotograf/in: Lars Heidrich

Vertrauen in das eigene Können

Heute sitzt der Nachfolger von Edgar Metzger in seinem Büro zwischen Musterbüchern, Akten, Pflanzen und Bauplänen. Draußen laufen die Aufträge weiter. Drinnen hat sich seine Rolle verändert. Weniger Pinsel, mehr Verantwortung. Kundenkontakte, Angebote, Organisation, Entscheidungen. „Das ist schon viel Bürokratie“, sagt er. Aber auch: „Es gehört dazu.“ Die größte Hürde auf dem Weg in die Selbstständigkeit war nicht das Geld. Es war die Angst. „Die ersten Wochen sind noch etwas holprig gewesen“, resümiert er. Danach sei es ruhiger geworden – und sicherer. „Ich hatte großen Respekt vor der Verantwortung, die auf mich zukam“, gibt Dennis Spandler zu. „Aber ich habe versucht, alles so zu machen, wie Herr Metzger es mir beigebracht hat.“

„Ich hatte großen Respekt vor der Verantwortung, die auf mich zukam“

Dennis Spandler

Mut wird belohnt

Die Rechnung ging auf. Kunden blieben. Mitarbeitende auch. Der frisch gebackene Unternehmer findet zunehmend seinen eigenen Weg, er hat sogar das Personal deutlich aufgestockt, daher investiert er auch weiter in sein Unternehmen. Moderne Arbeitsausstattung, neue Maschinen, Akkugeräte. Dinge, die lange aufgeschoben worden waren. Nicht aus Trotz, sondern aus Respekt. „Der Betrieb soll weiterleben – und sich weiterentwickeln.“ Es gibt noch kleinere Baustellen. Aber die wichtigste hat er bereits gemeistert. Dennis Spandler hat nicht nur einen Betrieb übernommen. Er hat Verantwortung angenommen. Für mittlerweile acht Menschen. Für Geschichte. Für Zukunft. Und genau darum geht es beim Gründen manchmal nicht um den perfekten Start – sondern um den Mut, loszugehen.

„Der Betrieb soll weiterleben – und sich weiterentwickeln.“

Dennis Spandler

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