Vom Garagenbetrieb zum 20-köpfigen Team

Jetan Maqani wollte nicht warten – er wollte machen. Nur zwei Wochen nach seiner bestandenen Meisterprüfung startete er deshalb einen Ein-Mann-Betrieb in der eigenen Garage. Was klein begann, entwickelte sich schnell weiter. Die Zahl der Aufträge stieg stetig, der Platz in der Garage wurde zunehmend knapper. Bereits ein halbes Jahr später zog der junge Tischlermeister deshalb mit seiner Werkstatt ins Gewerbegebiet um; in größere, angemietete Räumlichkeiten. Und er stellte erstmals Mitarbeitende ein. Nach und nach erweiterte er sein Team auf sieben Beschäftigte.

Ich habe nicht lange überlegt, sondern einfach angefangen und etwas Eigenes aufgebaut.

Jeton Maqani

Eine Chance kommt zufällig

Der nächste große Schritt ergab sich fast zufällig. Durch ein Gespräch mit einem benachbarten Tischlereibetrieb erfuhr Jeton Maqani, dass dort eine Nachfolge gesucht wurde und nutzte die Gelegenheit, seinen Betrieb zu erweitern. Er übernahm die d+s Tischlerei in Kamp-Lintfort und damit einen traditionsreichen Betrieb, der seit fast 30 Jahren an diesem Standort ansässig war. Mit der Übernahme wuchs nicht nur die Verantwortung, sondern auch das Team: Die zehn Mitarbeitenden des Betriebs wurden übernommen, zusätzlich stellte Jeton Maqani drei weitere ein. Heute beschäftigt er über 20 Mitarbeitende und schreibt die erfolgreiche Firmengeschichte unter eigenem Namen weiter.

Mehr Raum für Handwerk und Ideen

Auch räumlich hat sich seit der Übernahme einiges verändert. Am neuen Standort hat Jeton Maqani mit 790 Quadratmetern Produktionsfläche mehr als viermal so viel Platz wie bisher. Seine ursprüngliche Werkstatt, in der – nur wenige Meter entfernten – angemieteten Immobilie, hat er dennoch behalten. Hier konzentriert er sich auf die Massivholzbearbeitung. Denn das Leistungsspektrum der Tischlerei ist breit. Neben Möbel-, Laden und Messebau zählen auch die Anfertigung von Treppen, Tischen und individuellen Lösungen zum Angebot.



Entwicklung einer eigenen Möbelserie

Über klassische Tischler- und Auftragsarbeiten hinaus, entwickelt die Tischlerei Maqani auch eigene Lösungen. Mit „Locus“ entwarf der junge Firmeninhaber zum Beispiel eine modulare Spindlösung für Kindergärten und Grundschulen. Das System hat er sich als Markenname und Design schützten lassen und es so geschafft, sich mit einer eigenen Idee am Markt zu positionieren. Was Jeton Maqani an seinem Beruf besonders schätzt, ist die Vielseitigkeit. „Als selbstständiger Tischlermeister kann ich Handwerker und Unternehmer zugleich sein: kreativ arbeiten, individuelle Lösungen entwerfen und gleichzeitig meinen Betrieb strategisch weiterentwickeln.“

Leistung, Fairness und Kundenzufriedenheit

Für Jeton Maqani steht fest: Gute Arbeit entsteht nicht nur durch handwerkliches Können, sondern auch durch den richtigen Umgang miteinander. Fairness, transparente Angebote und eine klare Kommunikation mit den Kunden sind für ihn genauso wichtig wie handwerkliche Qualität. Durch hohe Leistungsbereitschaft und effiziente Abläufe möchte er vor allem eines erreichen: zufriedene Kunden. Mit viel Energie, einem engagierten Team und neuen Ideen ist ihm dies gelungen. Die Entwicklung von Jeton Maqani und seinem Betrieb zeigt, wie dynamisch und zukunftsfähig Handwerk heute sein kann.

Ein Tischler für alle – wir wollen für unsere Kunden die bestmögliche Leistung zum bestmöglichen Preis liefern.“

Jeton Maqani




Home of Fire

Zur Realisierung seines Vorhabens hatte Richard Jones ein – aus seiner Sicht geeignetes – Objekt gefunden. „Da ich auch öffentliche Fördermittel in Anspruch nehmen wollte, habe ich die betriebswirtschaftliche Beratung der Handwerkskammer Düsseldorf kontaktiert. Ich habe mich beraten lassen, weil es ja schließlich das erste Unternehmenskonzept war, das ich geschrieben habe. Ich wurde unter anderem darauf aufmerksam gemacht, dass ich in der Kalkulation keinen Unternehmerlohn für mich eingeplant hatte.“

Glück im Unglück

Darüber hinaus hat ihn die Beratung vor einem teuren Fehler bewahrt: Für die von ihm geplante Nutzung des ursprünglich angedachten Ladenlokals als Kaminstudio hätte er eine entsprechende Nutzungsänderung beantragen müssen. Glücklicherweise konnte er recht schnell ein alternatives Objekt finden, das zudem besser zu seinem Vorhaben passte.

„Die Meinung von Experten ist ein riesiger Mehrwert – gerade zu Beginn einer selbstständigen Tätigkeit oder Betriebsübernahme.“

– Richard Jones

Zum damaligen Zeitpunkt hatte er sich auch dem handwerklichen Nachwuchsverband der Handwerksjunioren angeschlossen und war sechs Jahre deren stellvertretender Vorsitzender: „Die Einladung zu den Events der Handwerksjunioren habe ich sofort dankend angenommen. Durch die dort geknüpften Kontakte konnten viele Aufträge gemeinsam und im Sinne der Kundinnen und Kunden durchgeführt und abgewickelt werden.“



Neue Wege gehen

Bis heute nimmt Richard Jones das kostenfreie Beratungsangebot der Handwerkskammer Düsseldorf wahr: „Ich hatte den Wunsch neue Kundenzielgruppen zu erschließen und mich stärker in den sozialen Medien und auf Online-Vermittlungsplattformen für Handwerkerinnen und Handwerker zu präsentieren.“

In der Beratung wurde ihm dabei geholfen, seine Sichtweise zu überdenken und online mehr die Interessen seiner Zielgruppe in den Fokus zu nehmen.

Die Herausforderungen

Zwischenzeitlich überlegte er sogar, sein Dienstleistungsangebot auf den europäischen Markt zu erweitern. Durch seine bisher geknüpften Kontakte hätten gemeinsame Projekte realisiert werden können.
Mit Ausbruch der Corona-Pandemie und der Energiekrise konnte er diesen Schritt jedoch noch nicht gehen. Aufgrund der in den letzten Jahren extrem gestiegenen Nachfrage nach seinen Produkten ist er mittlerweile an seine Kapazitätsgrenze gestoßen. Seine größte Herausforderung der letzten Jahre ist zweifelsfrei der enorme Fachkräftemangel. Richard Jones blickt optimistisch, aber auch realistisch in die Zukunft: „Das Handwerk Ofen- und Luftheizungsbau ist leider ein Nischenmarkt. Gute Fachkräfte oder Auszubildende zu finden ist sehr schwer, aber nicht aussichtslos.“